Das Ghetto der Wissenden
Das Ghetto der Wissenden
Von Matthias Bormann © 2003 bei TPI-Verlag; 01454 Radeberg; http://www.tpi-verlag.de
In fast allen Wissensbereichen gibt es Menschen, welche die unterdrückten Wahrheiten erkannt haben, daran auf eigene Faust weiterforschen und regen Gedankenaustausch pflegen.
Dieses Ghetto der freien Forschung und der unerwünschten Thesen wird auch nicht ganz verboten, da dann eine sichtbare Meinungsdiktatur entstehen würde. Und eine solche wäre bald offensichtlich, und es könnte sich etwas ändern.
So aber, wenn etwas nicht ganz verboten ist, man den Forschern und Querdenkern aber immer wieder Steine in den Weg legt, reduziert sich das Interesse der breiten Masse für solche Themen schlechthin.
Unzufriedene und Kritiker aber werden sich genau dort sammeln, werden untereinander diskutieren und publizieren, und können so sehr gut im Auge behalten werden.
Die Außenseiter blamiert man durch ihre anscheinende „Erfolglosigkeit“, zumal die Massenpresse immer mal wieder einen von ihnen herauspickt und der Lächerlichkeit preisgibt. Gleichzeitig aber wird Meinungsfreiheit und Toleranz vorgetäuscht. So wird dafür gesorgt, daß diese Leute nie nach „oben“ kommen und akzeptiert werden könnten. Meckern sie dann wirft man ihnen obendrein Paranoia vor.
Wie kann ich mich schützen?
Nachdem wir nun von zusammenbrechenden Wirtschaftssystemen, gefährlichen Nahrungsmittelzusätzen, Kriegsgefahr, und tausend anderen Dingen genügend schockiert sind, stellt sich die Frage, wie man der Misere denn wohl unbeschadet entkommen kann. Dafür gibt es auch die verschiedensten Ansätze, welche glücklicherweise wirklich funktionieren.
Wenn Sie beispielsweise Angst vor Nahrungsmittelknappheit oder Krieg haben, oder einfach nur die Zusatzstoffe vermeiden möchten, versuchen Sie es doch einfach mit Selbstversorgung.
Nun werden viele sagen: „So ein Unfug, ich lebe in der Stadt“, oder das immer wieder gehörte „Ich habe keine Zeit“.
Dabei braucht er dazu nicht einmal umzuziehen. Es genügt ein Stück Land außerhalb der Stadt zu erwerben, und es als eine Art Wochenendgrundstück zu nutzen. Dies ist zwar mit Arbeit verbunden, macht aber Spaß und ist obendrein gesund.
Außerdem soll ja der Städter keine Landwirtschaft mit Kühen und allem was dazugehört aufbauen, sondern eher für seine Kartoffeln und das Gemüse sorgen.
Doch warum das alles? Dazu wären mehrere Gründe anzuführen. Erstens jagt ein Nahrungsmittelskandal den anderen, und Chemie, Bestrahlung und Gentech sind keine Fremdwörter mehr.
Ist Ihnen übrigens schon mal aufgefallen, dass es früher immer Lebensmittel hieß? Jetzt ist nur noch von Nahrung die Rede, weil so manches doch nicht mehr dem Leben dient. Mit Selbstanbau verschiedener Produkte umgeht man dies, und erhält einen gesunden und nahrhaften Erntesegen.
Als zweiter Punkt wäre zu nennen, dass es immer mehr Kriege und Kriegsgeschrei gibt. Wer sagt uns denn, dass solches um den deutschsprachigen Kulturkreis ewig einen Bogen macht?
Schließlich planen gewisse Kreise schon seit langem ihren dritten Weltkrieg. Und wenn man sich die Tagespolitik anschaut, sieht es gar nicht gut aus. „Deutscher Michel wach auf, es ist halb drei – fünf vor zwölf ist längst vorbei“ möchte man diesbezüglich ausrufen.
Ich kann nur hoffen, dass ein solcher Kelch an uns vorübergehen möge (es gibt ja zum Glück immer mehr Leute, welche wirklich aktiv was tun), aber im Falle des Falles ist der Selbstversorger gut gerüstet.
Der dritte Punkt wäre, dass selbst angebaute Produkte einfach besser schmecken, da sie natürlich aufwachsen, und den Gärtner obendrein mit Stolz und Freude erfüllen.
Des Weiteren findet man durch sinnvolle Beschäftigung in der Natur etwas Besseres als Ablenkung, Fernsehsucht und Straßendrogen, was vor allem unserer entwurzelten Jugend, aber auch dem normalen Konsumenten zu schaffen macht.
Der Nutzgarten
Als erstes steht es natürlich an, ein Stück Land zu erwerben. Es kann gepachtet, oder aber, was in jedem Falle besser wäre, käuflich erworben werden. Gerade in schlechten Zeiten pflegen sonst die eigentlichen Eigentümer dem Pächter zu kündigen.
Nunmehr gilt es dieses Stück Land urbar zu machen. Es wird erst einmal kräftig umgepflügt, und einen Winter der Kälte ausgesetzt. Inzwischen kann geplant werden, wie später alles aussehen soll.
Vor allem denke man an eine wirkungsvolle Umzäunung, was besonders in Ländern Sinn macht, in welchen Einbrecher mit Samthandschuhen angefasst und nicht bestraft werden.
Besonders geeignet ist in diesem Falle ein lebender Zaun aus Brombeersträuchern und Wildrosen, welche gleichzeitig wunderbare Nutzpflanzen sind.
Wie gut Brombeerfrüchte schmecken wissen wir alle, aber daß auch die Blätter einen gesunden Tee ergeben, ist weniger bekannt. Die Heckenrose ist ebenfalls sehr vielseitig. Die Blütenblätter dienen dem aromatisieren von Teemischungen und Süßspeisen, die Früchte werden entweder gesunder Tee oder Vitamin-C-haltige Marmelade.
Beide Pflanzen sind als Zaun ideal, weil sie dermaßen mit Stacheln bestückt sind, dass dem potentiellen Diebe von vorn herein die Lust vergeht, seinem schändlich Handwerk zu frönen.
Als nächstes beschaue man den vorhandenen Baumbestand. Tragende Obstbäume werden selbstverständlich stehen gelassen, um uns reichen Erntesegen zu bescheren. Sind sie aber alt und tragen nicht mehr, sollten sie gefällt werden.
Den Stubben zu entsorgen wirft hier die meisten Probleme auf. Ausgraben ist zu schwer und sprengen zu teuer. Also nutzen wir den Geheimtipp von einem gewissen Bormann. Stubben einfach ein Jahr stehen lassen, und dann einen gesunden Waldspaziergang unternehmen. Besonderes Augenmerk gilt diesmal nicht den geliebten Braunkappen, sondern den Holzbewohnern. Stockschwämmchen und Austernseitlinge sind besonders geeignet. Wir nehmen ein wenig von dem myzeldurchwachsenen Holz mit, legen es auf unseren Baumstubben, decken es mit einer Folie ab, und lassen der Natur ihren Lauf. Nach etwa fünf Jahren hat sich unser Stubben biologisch in nichts aufgelöst, und wir haben jahrelang wohlschmeckende Pilze geerntet.
Die verbliebene Pilzbrut (das Myzel) sollte man zu diesem Zeitpunkt auf herbeigeschleppte Rundhölzer aufbringen, was aber noch Zukunftsmusik ist.
Als nächstes denken wir an eine geeignete Behausung. Da wir sicher kein Bauerngehöft erworben haben, reicht eine einfache funktionelle Laube aus, in welcher unsere Geräte und Werkzeuge Platz finden.
Auf jeden Fall sollte sie so gestaltet sein, dass potentielle Diebe nicht angelockt werden. Auf pompöses Beiwerk sollte man daher verzichten (Zumal derzeit die Gesetzeslage dermaßen verzwickt ist, dass Einbrecher nicht oder kaum bestraft werden, der Bürger sich aber gegen dieselben auf seinem Grundstück nicht, beispielsweise durch Fallgruben oder Tellereisen, wehren darf).
Je nach Größe des Landstückes sollte man sich die Haltung von Tieren überlegen. Selbige fressen nämlich oft die Abfälle unserer Gartentätigkeit und wandeln selbige in Kompost, Milch, Eier und andere wertvolle Substanzen um.
Unbedingt empfehlenswert ist die Haltung von Bienen. Wir erhalten dadurch Honig, Kerzenwachs, Pollen und Kittharz, welches als natürliches Antibiotikum wirkt.
Wer Eier mag, dem seien zwei Hühnchen empfohlen. Sie sind dankbar für jeden Gartenabfall, müssen aber Getreide zugefüttert bekommen. Den Fleischliebhabern unter Ihnen dienen sie am Ende Ihrer Laufbahn gar als Suppenhuhn. Ist ausreichend Platz und Auslauf vorhanden, können noch ein paar mehr Hühner und ein Göckel angeschafft werden, damit immer für frischen Nachwuchs gesorgt ist.
Ein lediglich für Fleischesser attraktives Angebot sind Kaninchen, welche dankbar jeden Gemüseabfall fressen, um denselben in Fleisch, Fell und Kompost umzuwandeln. Für Vegetarier hingegen sind sie weniger attraktiv, außer man bedenkt den Nutzen des Komposthaufens, und findet die Tiere obendrein noch als schön. Wer beispielsweise als Vegetarier Kinder hat, der sollte ruhig so ein putziges Tierchen haben.
Steht richtig viel Platz zur Verfügung, kann auch über die Anschaffung einer Ziege nachgedacht werden, welche Raufutter frisst und im Gegenzug eine gesunde Milch gibt. Aus dieser wiederum kann Butter und Käse gemacht werden, was nebenbei auch noch gesund ist, da die Milch nicht pasteurisiert, homogenisiert und anderweitig malträtiert wird.
Tiere zu halten will aber wohl überlegt sein, da man jede Menge Zeit und Arbeitskraft aufwenden muß, was bei vielen reinen Pflanzenkulturen in weit geringerem Maße der Fall ist.
Sollte man sich dennoch für eine oder mehrere Tierarten entscheiden, dann beachte man genau wie viel Platz sie benötigen. Klug ist es, sie gleich in unserer Laube zu integrieren, welche dann eine Art Bienenhaus darstellen könnte, an welches sich eventuell eine Stallung anschließt.
Genügend Platz braucht es vor allem für Gartengeräte und im Falle der Tierhaltung für Viehfutter und Einstreu.
Sollten wir das Grundstück nicht direkt bewohnen, sondern als Wochenendgrundstück nutzen, ist es besser, den herbstlichen Erntesegen mit nach Hause zu nehmen, um nicht fremde Personen Nutznießer unserer Mühen werden zu lassen.
Eine weitere Wichtigkeit ist die Bereitstellung von genügend Wasser. Die obligatorische Regentonne sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Ist kein sauberes Wasser in der Nähe, sollte ebenfalls darüber nachgedacht werden, einen Brunnen zu graben. Bei eventueller Tierhaltung ist dies sogar nötig.
Was gehört noch ins Domizil? Hm, natürlich… jetzt nicht lachen: ein Klo muß auch noch her. Das gute alte Herzlehäuschen mit dem Kübel, welcher dann verkompostiert wird, leistet hier hervorragende Dienste. Wo ein solches nicht erlaubt ist benutzen wir selbstverständlich eine chemische Campingtoilette.
Den Inhalt derselben werden wir wöchentlich brav zur Sammelstelle bringen, was wir uns als angepasste Bürger gern auch einiges kosten lassen. Nicht etwa, dass mir einer heimlich weiter sein Herzle-häuschen nutzt!
Doch zurück zu unserer verbleibenden Landfläche. Diese teilen wir in sieben gleich große Teile ein.
Der erste Teil sei dem Getreide vorbehalten, der zweite den Kartoffeln, der dritte mit Wurzelgemüse wie Möhren, Rüben und Sellerie, den vierten bestellen wir mit Kohl und Salat, den fünften mit Bohnen, den sechsten bestellen wir mit unseren Lieblingsgemüsen oder wenn nötig mit Ölsaaten, und den siebten lassen wir brach liegen.
Haben wir Tiere, so lassen wir diese auf den siebten Teil, welchen sie dann abweiden und gleichzeitig düngen.
Wichtig ist es, jedes Jahr die Anpflanzungen zu wechseln, um ansonsten auftretenden Krankheiten vorzubeugen.
Wachsen nämlich Pflanzen Jahr für Jahr im gleichen Boden, treten irgendwann Parasiten und andere unangenehme Dinge ein, welche den Erntesegen sehr schmälern oder gar zunichte machen können.
Mittels Wechselanbau umgeht man diese Probleme. Die Planung hierzu ist im ersten Moment gar nicht so einfach, gilt es doch zu prüfen, ob die Bodenbedingungen nach dem Ernten einer Kultur für die nächste auch geeignet sind.
Hier ein paar Faustregeln (für ein Beet):
Kräftig düngen, dann Kartoffeln legen. Nach der Ernte Wintergetreide säen. Oder den Boden kalken und dann im nächsten Jahr Erbsen und Bohnen säen. Sind diese geerntet, kann man noch späte Kohlarten auf dem Stück anbauen.
Im dritten Jahr folgt der gemischte Anbau unserer Lieblingsgemüse. Sollen es Zucchini sein, vorher etwas Humus untergraben.
Im vierten Jahr schließlich nutzt man die Fläche für Wurzelgemüse und einjährige Kräuter.
Im nächsten Jahr ist es klug die Fläche brach liegen zu lassen oder Gründüngepflanzen anzubauen, welche den Boden verbessern.
Danach kann wieder kräftig gedüngt und mit den Kartoffeln begonnen werden.
Kartoffelanbau
Die Kartoffel ist eine der wenigen Pflanzen, welche einen Menschen am Leben erhalten können, wenn er sich nur von dieser ernähren muß.
Darum finde sie in einem Selbstversorgergarten auch stets besondere Beachtung. Sie ist eine der besten Vitamin-C-Quellen, die man sich vorstellen kann. Ohne Kartoffeln ist eine Selbstversorgung im deutschsprachigen Raum äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Etwa ein sechstel bis ein Drittel unserer Nutzfläche sollte dieser herrlichen Knolle vorbehalten sein.
Je nach Witterung werden gekeimte Erdäpfel Ende April bis Mitte Mai in die vorbereiteten Beete eingebracht.
Der Boden ist im Herbst zuvor gut umzugraben und mit Kompost anzureichern. Gründünger tut den Pflanzen auch gut, wenn er einen Monat vor dem Legen der Kartoffeln untergegraben wird.
Beim Legen ziehe man als erstes einen Graben. In diesen kann ebenfalls noch Humus oder Grünes gestreut werden, bevor man die Erdäpfel mit den Keimen nach oben einlegt.
Der Reihenabstand betrage etwa 70 Zentimeter. Alle 30 cm kann nun eine Saatkartoffel in etwa 10 cm Tiefe gelegt werden. Wenn die Blätter weit genug herausschauen, häufle man die Kartoffeln an, was den Erntesegen vervielfacht. Mehrmaliges Anhäufeln steigert den Ertrag noch.
Eine etwas andere Methode Kartoffeln anzubauen ist die in einem Faß. Stehen also alte Fässer, Tonnen oder Kübel ungenutzt umher, lohnt sich hierin der Kartoffelanbau.
Der Bottich wird zu einem Sechstel mit guter Erde gefüllt, in welche Saatkartoffeln gelegt werden. Während die Pflanzen wachsen, wird immer mehr Erde aufgefüllt, was aber vor der Blüte geschehen sollte. Immer neue Erdlagen können mit dieser Methode aufgefüllt werden bis das Gefäß bis zum Rande gefüllt ist.
Zur Erntezeit wird das Faß einfach umgekippt und ausgeschüttet. Meist befindet sich eine große Menge Kartoffeln darin. Die übrige Erde kommt auf den Kompost.
Gemüseanbau allgemein
Hier alles erklären zu wollen, würde sicher den Rahmen dieser Schrift sprengen, weshalb ich mich mit ein paar Tips begnügen möchte. Neben den Erfahrungswerten, welche jeder Selbstversorger sammeln wird, sei daher zum Kaufe eines guten Gartenbuches geraten. Einige allgemeingültige Regeln möchte ich allerdings nicht vorenthalten.
- Erbsen und Bohnen sind frostempfindlich, wachsen aber recht schnell. Daher erst Mitte Mai nach den „Eisheiligen“ säen.
- Zuckererbsen isst man jung mit Schale, während andere Erbsensorten bei Vollreife mit dem Gestrüpp herausgerissen und mit der Wurzel nach oben aufgehängt werden, bis dieselben trocken sind. Danach können sie ausgedroschen werden. Selbiges tut man auch mit Bohnen, deren Früchte man lagern möchte. Noch junge Bohnen kann man natürlich gleich verarbeiten. Grüne Bohnenschalen ergeben übrigens einen guten Entschlackungstee.
- Wer das ganze Jahr über eiweißreiche Bohnen haben möchte, dem sei zu den unempfindlichen Puffbohnen geraten, welche schon ab Februar gesät werden können.
- Kohl niemals hintereinander auf der gleichen Fläche anbauen, und immer gut düngen.
- Rosenkohl und Grünkohl schmecken besser, wenn sie ordentlich Frost abbekommen haben.
- Kohlweißlingsraupen regelmäßig absammeln, da diese sonst weit mehr ernten als wir selbst.
- Winterrettiche können bis zur Ernte im Boden bleiben um bei Bedarf geerntet zu werden.
- Im Gewächshaus einige Chilipflanzen anbauen, deren Inhaltsstoffe desinfizierend auf nicht mehr ganz einwandfreie Nahrung wirken.
- Tomaten gehören in rauen Lagen ebenfalls ins Gewächshaus. Ist Braunfäule aufgetreten Standort wechseln und auf Regenschutz achten.
- Möhren und Zwiebeln stets zusammen anpflanzen, sie halten sich gegenseitig die Schädlinge fern.
- In den Komposthaufen gehören Kürbispflanzen, neben denselben Zucchini. Sie brauchen viel Nährstoffe, sind aber sehr ergiebig und lange lagerbar.
Wer jetzt sagt Kürbisse schmecken nicht, der kennt sie sicher nur süß-sauer (DDR-Ananas genannt, schmeckt wirklich nicht so toll). Es gibt aber Rezepte, da lecken sogar Leute aus gutem Hause den Teller ab, wenn sie sich unbeobachtet fühlen.
- In einen Selbstversorgergarten gehört unbedingt ein später Lagerapfel. Bei großen Gärten kann auch anderes Obst angepflanzt werden.
- Stachelige Beerensträucher (Himbeeren, Stachelbeeren, Heckenrosen und andere) dienen uns wie schon gesagt als Umzäunung, um Hasen und schlechte Menschen abzuhalten. Was an der Außengrenze wächst sollen meinetwegen fremde Kinder naschen, es ist zu verschmerzen und macht anderen Freude.
Intensiver Getreideanbau
Da wir als Selbstversorger sicher nicht über ein großes Gehöft verfügen, ist es nötig, dass gerade beim Getreideanbau so intensiv wie nur möglich vorgegangen wird.
Das bedeutet nicht etwa, daß nunmehr toxische Chemikalien angewendet werden sollen, sondern nur auf wenig Platz viel zu ernten. Wessen Gehöft groß genug ist, den geht es wenig an. Er ziehe seine Furche und streue die Saat hinein.
Wer weniger mit Quadratmetern gesegnet ist, der wende die Umpflanzmethode an, welche zwar sehr arbeitsintensiv ist, aber den Erntesegen verzehnfachen kann.
Hierzu säe man das Getreide einige Wochen vor der hierzu üblichen Zeit in Zuchtkästen. Ist das Pflänzchen nun 20 cm hoch, pflanze man sie derart um, dass der erstere oberirdische Stängelknoten mit unter die Erde kommt. Aus diesem nämlich wächst ein weiterer Wurzelkranz hervor, was dazu führt, dass statt der üblichen 4 Halme pro Saatkorn bis zu 50 Halme sprießen.
Der Reihenabstand betrage etwa 30cm, der Abstand in der Reihe 15 – 20. Geerntet wird am besten mit einer Sense.
Ist dies geschehen, wird das Getreide in Hocken aufgestellt, um zu trocknen. Ist es sehr trocken kann es ausgedroschen werden. Wer keinen Dreschflegel besitzt, der nehme hierzu einen kräftigen Stecken.
Die Körner werden nun eingesackt und vor Mäusen sicher aufbewahrt. Das Stroh dient als sehr gute Einstreu für eventuell vorhandene Kleintiere.
Nahrung aus Getreide bereiten
Brot backen
Um dieser Kunst zu frönen, mahle man als erstes etwa 500g Getreide zu Mehl. Je frischer das Mehl, desto gesünder das Brot.
Das Mehl kommt nun in eine Schüssel, wobei in die Mitte eine Kuhle gedrückt wird, welche man mit warmen Wasser auffüllt. Dort hinein gibt man einen Löffel Honig und eine kräftige Prise Hefe.
In etwa 10 Minuten schäumt es an der Oberfläche. Nun ist es Zeit noch etwas Wasser und eine Prise Meersalz zuzufügen. Auch andere Zutaten wie Getreideflocken (Haferflocken zum Beispiel), Ölsaaten (Kürbissamen, Sonnenblumenkerne, Leinsaat), und Gewürze (Kümmel, Anis) werden jetzt beigefügt.
Ist dies geschehen wird das Ganze kräftig durchgeknetet, um dann in der Schüssel etwa eine Stunde zu gehen. Dazu soll ein warmer Ort gewählt werden, damit die Hefe gut arbeiten kann.
Ist der Teig aufgegangen, knete man ihn nochmals weidlich durch und füllt denselben in eine gefettete Backform. In dieser muß er mindestens nochmals eine Stunde gehen.
Danach wird im Backofen bei 200 Grad 30 bis 45 Minuten ausgebacken, und wir stehen voller Stolz vor einem Chemie- und gentechfreien Brot, welches an Geschmack jedes konventionelle Produkt bei weitem übertrifft.
Sollte das erste Brot nicht so toll geworden sein, bitte nicht entmutigen lassen. Mein erstes Brot war knochenhart, und mein zweites ist zu dunkel geraten. Mittlerweile werden meine Brote von Gästen derart gelobt, daß manche auf den Belag verzichten um den Geschmack zu genießen. Auch beim Brotbacken macht also Übung den Meister.
Stockbrot und Fladen
In Zeiten, wo uns keine Hefe zur Verfügung steht, backe man portionsweise Stockbrot oder Fladen, was aber zum sofortigen Verbrauch gedacht ist (wird schnell hart).
Hierzu mische man Mehl, Salz und etwas Öl mit wenig Wasser, um es um eine frisch geschnittene Rute zu pappen, oder dünn ausgerollt auf ein Blech zu geben. Dies wird nun über gut verbrannte Glut gehalten bis es gar ist und sofort verzehrt.
Frischkornbrei
Steht kein Feuer zur Verfügung, machen wir einen Frischkornbrei. Hierzu kommen die ganzen Getreidekörner über Nacht in Wasser, auf dass sie schön aufweichen. Am nächsten Tag kommt noch etwas Honig rein und es kann schon das Tischgebet gesprochen werden. Frischkornbrei soll übrigens gesund sein!
Vorratswirtschaft
Ist unser reicher Erntesegen eingebracht, gilt es haltbar zu machen, was wir nicht sofort verzehren.
Bei manchem ist eine Lagerung an mäusesicheren Orten zureichend, ohne besondere Konservierungsmethoden anwenden zu müssen. Wichtig ist, Getreide, Linsen, Bohnen und andere trockene Stoffe auch entsprechend trocken zu lagern. Bei Feuchtigkeit können sie sonst keimen oder gar schimmeln.
Kartoffeln und Wurzelgemüse halten im kühlen Keller am besten, und Zucchini oder Kürbisse halten an einem kühlen, aber frostfreien Ort in Netzen aufgehängt oft monatelang. An einem ebensolchen bewahrt man auch Lageräpfel auf, welche in flache Holzstiegen gelegt werden. Wer es ganz gut machen will, der wickle die Äpfel einzeln in Papier.
Wichtig ist, dass nur völlig einwandfreie Gemüse eingelagert werden, da bereits beschädigte nicht gerade lange haltbar sind. Diese verzehrt man besser sofort, oder man konserviert sie.
Zwiebeln hängt man am besten in Bündeln oder Zöpfen an einem kühlen und luftigen Ort auf.
Um Nahrungsmittel (bei Selbstversorgung darf man auch Lebensmittel sagen) vor Verderb zu bewahren, muß so manches konserviert werden. Die verschiedensten Methoden kommen hierbei in Frage. Denn verdorbene Nahrung kann unter Umständen toxisch wirken. Verderb kann unterschiedliche Ursachen haben.
Am leichtesten zu erkennen ist Schimmel (wobei nicht die schönen weißen Pferde gemeint sind, sondern ein Pilz). Weiß oder grün verunziert er Früchte und andere Nahrung. Tritt er auf freut sich meist nur der Komposthaufen. (Achtung, Reste von kranken Pflanzen nicht auf den Kompost werfen sondern verfeuern!).
Hefepilze hingegen verursachen Gärung, was bei Bier, Wein und Sauerkraut erwünscht, sonst aber nicht so toll ist. Wenn beispielsweise Hefepilze in ein Einweckglas geraten, gärt der Inhalt, und zur allgemeinen Freude wölbt sich bald darauf der Deckel. Die mühevoll eingeweckten Reserven kommen dann dort hin, wo im nächsten Jahr die Kürbisse gedeihen.
Am gefährlichsten sind Fäulnisbakterien. Manche davon sind äußerst giftig. Diese treten aber vor allem in Fisch oder Wurst auf, wenn dies zu lange gelagert wird. Andere Fäulnisbakterien erkennt man leicht am Geruch, gegen welchen derjenige einer Fäkaliengrube noch etwas sehr Angenehmes darstellt. Es besteht kaum die Gefahr, dass hiervon noch etwas verzehrt werden könnte. Allerdings ist die Nahrung unwiederbringlich verdorben und stillt nicht mehr unseren Hunger.
Um Lebensmittel lange haltbar zu machen gibt es die verschiedensten Methoden.
Am einfachsten ist das Trocknen. Hierzu kommen vor allem Pilze und Kräuter, aber auch Apfelringe, Pflaumen und anderes Obst in Frage.
Zum trocknen werden die Kräuter gebündelt, Pilze und Obst hingegen in dünne Scheiben geschnitten und auf Schnüre gefädelt, woraufhin sie an einen trockenen, luftigen Ort verbracht werden.
Bitte nicht der prallen Sonne aussetzen, da sonst das Aroma und eine Vielzahl von nützlichen Inhaltsstoffen verloren gehen.
Ein elektrisches Dörrgerät nimmt uns hier viel Arbeit ab. Ist alles richtig gedörrt, kommt es in festschließende Gefäße an einen trockenen Ort, wo es sich dann jahrelang hält.
Beim Einwecken werden Enzyme, Bakterien und Pilze durch Hitze zerstört. Für diese Konservierungsmethode eignet sich am besten Obst. Aber auch fertige Eintöpfe können eingeweckt werden, wie beispielsweise russischer Borschtsch, Kürbiseintopf, oder der besonders bei Gefängnisinsassen äußerst beliebte Weißkohleintopf.
Der Eintopf (oder das Obst mit Rohzucker als Konservierungsstoff) wird hierzu kräftig gesotten, und daraufhin in saubere Gläser gefüllt.
Danach kommen die hermetisch verschlossenen Gläser nochmals in einen speziellen Topf, wo sie wieder stark erhitzt werden, um eventuell eingedrungene Schadstoffe unschädlich zu machen.
Solcherlei Eingewecktes ist ebenfalls jahrelang haltbar. Sollte sich dennoch Schimmel bemerkbar machen oder der Deckel heben, schütten wir das Glas besser wieder einmal dort hin, wo die Kürbisse wachsen (Dies passiert aber nur, wenn wir etwas falsch gemacht haben, es wird von Mal zu Mal weniger geschehen).
…und weil wir gerade bei Kürbissen sind, gibt’s gleich noch ein Rezept, wie man selbige einwecken kann, ohne ihren Geschmack mit Zucker und Essig zu verderben:
In einem guten Öle dünsten wir etwas Knoblauch an, um kurz darauf Kürbiswürfel und Möhrenscheiben zu gleichen Teilen hinzuzugeben und mitzudünsten. Ein paar Kartoffelstückchen hineinzuschneiden schadet ebenfalls nicht. Das Ganze wird mit einer Gemüsebrühe abgelöscht. (Gemüsebrühe, welche im Übrigen sehr gesund ist, besteht aus Möhren, Sellerie, Kohlstrünken und anderen Resten des Gartens, außer vielleicht Rüben, die sie erdig schmecken lassen).
Das ganze wird nun 20 Minuten gesotten, mit Salz (ohne Fluor, Jod und Rieselmittel), Pfeffer und Ingwer abgeschmeckt, und vor dem Servieren mit saurer Sahne verfeinert.
Was vom Kürbis übrig bleibt, zerkleinern wir auf einer Gemüsereibe, um es in eine Schüssel zu geben. Öl drauf, Rosinen und Trockenfrüchte rein, ziehen lassen und fertig ist die gesunde Rohkost. … und nun erzähl mir noch jemand Kürbisse schmecken nicht!
Eine weitere Art, Gemüse zu konservieren ist das Einsäuern. Am bekanntesten ist hier das bei den Deutschen allseits beliebte Sauerkraut.
Hierzu schneidet man Weißkohlköpfe sehr fein, um sie dann mittels Stampfer fest in ein irdenes Gefäß zu pfrecken. Zwischen die so entstehenden Lagen wird immer wieder etwas Salz gestreut (etwa 30g auf ein Kilo Kraut), und immer wieder fest gestampft.
Zuoberst lege man ein Kohlblatt und ein Tuch, was mit einem irdenen Deckel beschwert werden muß, auf welchem noch ein Stein gelegt wird. Für 2 – 3 Wochen ist der Topf warm zu stellen, woraufhin er dann auf die kühle Kellertreppe verfrachtet wird, wo er auch bleibt.
Soll etwas vom Sauerkraut gegessen werden, so wird es aus dem Topfe genommen und vor der Zubereitung gut abgespült. Das verbleibende sauerkraut muß stets gut mit Salzlake bedeckt sein, da es sonst verdirbt. Wer den Geschmack verbessern will, gebe Dill, Kümmel, Möhren- oder Selleriesamen hinzu.
Herstellung von Zucker
Der Grundstoff für die Zuckerherstellung ist in unseren Breiten die Zuckerrübe (Inder und Kubaner unter meinen Lesern ignorieren dies bitte und denken an in deren Ländern heimisches Zuckerrohr).
Von der Rübe schneide man die Spitze ab, um dann mittels Presse (Mangel, Apfelpresse, Wagenheber) den Saft herauszuquetschen.
Daraufhin wird das Ganze gesotten bis die Flüssigkeit verdampft ist. Ständiges Umrühren nicht vergessen, weil Zucker gern anbrennt.
Der Zucker kann dann zum Einkochen von Obst oder zur Herstellung von Marmeladen verwendet werden, da er ein natürliches Konservierungsmittel ist. Auch zur Obstweinherstellung ist er wichtig, weil die Hefe ohne genügenden Zuckeranteil nicht gären kann.
Zucker soll ansonsten sparsam verwendet werden, weil er in zu großen Mengen den Zähnen schadet.
Wein und Met
Um Wein herzustellen benötigt man einen Glasballon, einen Gärverschluß, einen Schlauch zum Abziehen des fertigen Weines und saubere leere Flachen mit Korks. Bei der Weinherstellung muß es peinlich sauber zugehen, da Wein verderben kann.
Vor allem wenn die allseits beliebten Essigfliegen in selbigen eindringen ist er als Wein nicht mehr zu gebrauchen. In diesem Falle befindet sich dann Essig im Ballon, was wohl nur in seltenen Fällen erwünscht ist.
Für einen guten Obstwein benötigt man etwa 5l Saft, 1,5 kg Zucker und eine gute Hefe. Brot- oder Bierhefe tut es auch, Edelweinhefen sind besser. All diese Stoffe schütten wir in den mit kochendem Wasser ausgespülten Ballon und setzen das Gärröhrchen auf.
Nach einer gewissen Zeit der wilden Gärung wird der Gärvorgang immer ruhiger. Ist er abgeschlossen, kann der fertige wein abgefüllt werden. Die Gärtemperatur betrage zwischen 21 und 27 Grad Celsius. Niedrigere Temperaturen lassen die Hefe ruhen, wodurch fremde Hefen die Oberhand gewinnen, die den Wein verderben. Bei zu hoher Temperatur sterben die Hefen ab, was den wein ebenfalls unbrauchbar macht. Ist der Wein fertig und soll abgezogen werden, achte man auf sterile Flaschen. Am Besten ist es, diese und auch die Korken vor der Verwendung 5 Minuten zu sieden. Wein wird liegend aufbewahrt, damit die Korken nicht austrocknen. Geschieht dies, besteht nämlich die Gefahr dass ein Essigbazillus eindringt, was dazu führt, dass sich der Obstweinhersteller vor seinen Gästen blamiert.
In der gleichen Art wie Obstwein wird auch Met hergestellt. Auf 5 Liter Wasser kommen 1,5 Kilo Honig, der Saft zweier Zitronen und ein grüner Apfel wegen der Gerbsäure. Dazu eine Edelhefe. Met ist theoretisch jahrzehntelang haltbar, praktisch aber wird er meist viel zu schnell von den Gästen ausgetrunken, weil er hervorragend schmeckt.
Tiere im Anwesen
Tiere zu halten ist für einen Selbstversorger keineswegs ein Muß, und sei hier nur am Rande erwähnt. Auch ist es unnötig, gleichzeitig Bienen, Geflügel, Schöpse und Ziegen zu halten. Wer sich für Tiere entscheidet, suche sich eines heraus, welches seinen Platzverhältnissen und dem Zeitlimit am besten entspricht. Er wird sicher Gleichgesinnte finden, welche von ihren Überschüssen mit uns tauschen. Wer also Bienen hat, kann sicher gegen Honig von einem Nachbarn Eier, und von einem anderen frische Milch bekommen und umgekehrt.
Bienen
Besonders zu empfehlen sind Bienen, welche den Landwirt fast zum Nulltarif mit Honig, Wachs, Kittharz (natürliches Antibiotikum) und gesunden Pollen versorgen. Nebenbei bestäuben sie noch Obst und Gemüse, was die gärtnerische Ernte erhöht.
Man hält sie am besten in einer zweigeteilten Beute, durch deren Zwischenwand die Königin nicht hindurchschlüpfen kann. Damit wird erreicht, daß im unteren Teil des Bienenstockes die Brut großgezogen wird, während sich der obere Teil mit Honig füllt. Derselbe wird nun aus den entdeckelten Waben mittels Zentrifugalkraft herausgeschleudert, oder die gesamte Wabe wird ausgepresst.
Wer zu viel Honig entnimmt muß Zucker zufüttern, sonst verkümmern die Bienen. Bei Arbeiten am Bienenstock sind Handschuhe und ein Schleier empfehlenswert, weil es sonst geschehen kann, dass der angehende Imker durch aufgebrachte Bienen gestochen wird und das Aussehen eines Streuselkuchens annimmt. Und weh tut es auch noch. Etwas Rauch in den Stock geblasen beruhigt übrigens die Tiere.
Geflügel
Hier kommen auf einem Selbstversorgerhof eigentlich nur zwei Hühnchen und eventuell ein Göckel in Frage, welche uns mit frischen Eiern versorgen. Am besten werden sie in einem transportablen Stall untergebracht, welcher auf die Brache gestellt wird. Diese wird vom Federvieh dann auch gleich gedüngt.
Am besten setzt man die Tiere in einen transportablen Stall, welcher mit Haltegriffen versehen ist und so problemlos umgesetzt werden kann. Schlafstange nicht vergessen, da auch Hühner Vögel sind! Der Stall ist gut zu isolieren, damit die Hühner gut über den Winter kommen.
Hühner müssen gefüttert werden. Wenn man etwas Stroh zum Scharren einwirft sind sie glücklich. Aus Gemüseabfällen picken sie gern Insekten heraus. Gesammelte Raupen von unserem Nutzgemüse sind für Hühner eine Delikatesse. Übriggebliebene Nudeln ebenfalls.
Obendrein sollte Getreide, und im Winter gekochtes Soja zugefüttert werden. Ein paar gemahlene Muscheln decken den Kalkbedarf. Wer Angler ist, weiß jetzt auch genau, wo sich jemand über die Fischabfälle freut.
Ziegen oder Schöpse
Wer sehr viel Platz und Zeit hat, und große Tiere gern mag, kann die Anschaffung einer Ziege oder eines Schafes überlegen. Man braucht allerdings einen recht großen Stall, welcher im Winter frostfrei sein muß. Als Einstreu dient Stroh. Im Winter füttern wir Heu und Rüben, im Sommer wird das Tier draußen angepflöckert. Wenn es einmal gelammt hat, kann man das Tier noch lange melken.
Milch und Milchprodukte
Die Milch wird entweder getrunken, oder wenn sie sauer geworden ist, zu Quark oder Käse verarbeitet. Frische Milch wird nach einiger Zeit sauer, da Milchsäurebakterien diesen Prozess einleiten. Industriell verarbeitete Milch wird durch eindringende Fäulniserreger bitter und ungenießbar. Sicherheitshalber sollte man stark verarbeitete Milch, wie auch andere völlig denaturierte Industrieprodukte (Chips u.ä.) seiner Gesundheit zu Liebe ohnehin meiden.
Hat man frische Milch, kann man sie stehen lassen, bis sich Rahm absetzt. Wenn man diesen ansäuern lässt und dann mit einem Schneebesen kräftig schlägt, erhält man nach einiger Zeit Butter. Die Buttermilch wird dann abgegossen und getrunken. Die Butter wird gründlich ausgewaschen und gesalzen, woraufhin sie sich einige Zeit hält.
Ist Milch sauer geworden, gießt man sie in ein Baumwolltuch und lässt die Molke abfließen. Diese gibt einen gesunden Badezusatz ab. Was im Tuch zurückbleibt ist der Quark, welcher entweder mit Kräutern verfeinert als Brotbelag dient, oder aber zu Käse weiter verarbeitet wird.
Wenn man den Quark eine Weile im Tuche lässt erhält man Frischkäse. Dieser ist ohne Geschmack, gesalzen und mit Kräutern verfeinert aber eine Delikatesse. Soll er länger halten, salze man den Quark ein, binde ihn in ein lockeres Leinentuch, und lasse ihn einen Tag liegen. Am Abend wird fest zugeknotet und der angehende Käse einen Monat aufgehängt. Mit etwas Butter, Kümmel und einer dreimonatigen Reifezeit schmeckt er allerdings noch besser.
Zivilschutz und Vorsorge
Zivilschutz und Vorsorge in schwierigen Zeiten – ein unschönes Thema, werden jetzt viele meiner geneigten Leser meinen. Wieder einer mehr der Panik verbreitet und Weltuntergangsängste predigt.
Genau dies soll nicht mein Anliegen sein. Denn weder wird in nächster Zeit die Welt untergehen, noch die Menschheit von derselben verschwinden. Angstmacher finden wir in den heutigen bewegten Zeiten mehr als genug, und ich möchte mich nicht in deren Reihen begeben. Schließlich ist Angst das letzte was wir gebrauchen können, da sie uns lähmt und handlungsunfähig macht, gepaart mit der Nebenwirkung, uns das letzte bisschen Lebensfreude obendrein hinwegzunehmen.
Andererseits gibt es immer mehr Krieg und Kriegsgeschrei, so dass viele Zeichen dafür sprechen, dass sich tatsächlich etwas in Richtung dritter Weltkrieg tut.
Denn ein solcher kurbelt schließlich die Wirtschaft einiger Länder wieder etwas an, reduziert die angebliche Überbevölkerung auf unserem Planeten, und bringt gewissen Kreisen bis zu 400 % Profit.
Und das selbige ein drittes Weltgeschehen schon seit langen planen, ist ja nicht mehr neu. Jedoch nicht übermäßige Furcht ist angebracht, sondern das Heft in die Hand zu nehmen und etwas zu tun.
Als erstes gibt es genügend Friedensinitiativen, denen sich jeder anschließen kann, um das scheinbar Unabwendbare gar nicht erst geschehen zu lassen. Triumphiert aber das Böse, und es kommt doch zu Geschehnissen, welche eigentlich keiner wünscht, dann ist es immer gut, wenn wir persönlich klug vorgesorgt haben.
Denn auch wer nicht unmittelbar von den Auswirkungen einer Katastrophe betroffen ist, kann noch immer in den Genuss von Lieferengpässen, Stromausfällen oder Hungerperioden kommen, welche ohne entsprechende Vorsorge recht schwierig zu überstehen sind.
Der Sinn dieses Kapitels soll es nun sein, Ihnen ein taugliches Werkzeug in die Hand zu geben, auch schwierige Zeiten unbeschadet zu überstehen.
Und selbst wenn solche Zeiten wie durch ein Wunder durch einen plötzlichen Triumph des Verstandes der Menschheit ausbleiben, soll das hier vermittelte Wissen nicht ganz umsonst gewesen sein.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen durch den tiefen Wald, und können Ihren Speisezettel mit Pilzen und Wildkräutern bereichern. Und diese sicher von giftigen Arten unterscheiden. Oder Sie haben sich im Walde verlaufen und können dennoch Ihren Hunger stillen. Oder unverhoffte Gäste kommen ins Haus, und dank Ihres Vorrates können Sie alle bewirten. Oder Sie müssen mit giftigen Chemikalien hantieren, und besitzen eine Gasmaske. So wird sich gute Vorsorge auch in Friedenszeiten bezahlt machen.
Vorsorge in Krisenzeiten
Wichtig ist hier, dass wir bereits vorgesorgt haben, bevor eine Notzeit unvermittelt über uns hereinbricht. Dies soll jetzt keinesfalls eine Angstmache meinerseits sein, denn mit Angst und Panik ist keinem geholfen.
Sollte es aber in unserer bewegten Zeit zu Krisen kommen, ist der fein heraus, welcher vorher die erforderlichen Maßnahmen getroffen hat.
Darum soll dieses Kapitel vermitteln, wie man sein Haus schützen und sich einen Vorrat anlegen kann.
Wohl als wichtigstes anzusehen sei hier der Lebensmittelvorrat.
Am allerwichtigsten ist hierbei eine genügende Menge Trinkwasser, da in Kriegs- und Krisenzeiten oftmals die Trinkwasserversorgung zusammenbricht. Einige Kästen eines guten stillen Mineralwassers müssen daher in jedem Keller stehen. Je mehr, desto besser! Sein Wasserdepot kann schließlich jeder als dynamisches Lager nutzen, daher Wasser davon trinken, aber den Vorrat immer wieder auffüllen. Dann hat man auch immer frisches Trinkwasser zur Verfügung.
Im akuten Notfall nicht vergessen, auch Badewanne, Eimer und Flaschen zu füllen, so lange dies noch möglich ist, damit wir in einem solchen Falle auch genügend Brauchwasser für die Hygiene haben.
Nebst dem Wasser ist natürlich auch ein entsprechender Vorrat an Lebensmitteln nötig, welcher für etwa ein Jahr reichen sollte. Pro Person sind zu empfehlen:
- 100 kg Getreidekörner (dehydriert nahezu unbegrenzt haltbar)
- 40 kg Honig, möglichst in gut schließenden Blechbüchsen
- 100 verschiedene Gemüsekonserven in Blechdosen, möglichst aber so naturbelassen wie möglich (ohne Zucker und Konservierungsstoffe)
- 10 kg Nudeln
- 10 kg Knäckebrot
- 5 kg Salz
- 20 kg Bohnen, Erbsen, Linsen
- Dörrobst
- Dörrgemüse
- Gewürze
- Nüsse
- 10 kg Maisgrieß (ohne Gentech)
- 10 Liter gutes Öl (Sonnenrosenöl, Olivenöl, möglichst in Blechkanistern)
- 5 kg Ghee (Butterreinfett) in der Blechdose
Blechdosen wählen wir deshalb, weil in denselben die Nahrung unter Umständen jahrzehntelang haltbar ist, und weil sie außerdem einen guten Strahlenschutz gewährleisten.
Ein paar Gläser mit Trockenpilzen, Gewürzen und Tee gewähren auch in weniger guten Zeiten noch einen gewissen Luxus, weshalb man diese bei einer Bevorratung nicht vergessen sollte.
Auf stark mit Konservierungsstoffen und anderen toxischen oder widernatürlichen Chemikalien angereicherte Vorräte kann getrost verzichtet werden. Bekommt man aber nichts anderes sind sie besser als nichts.
Auch sollte an ein paar Flaschen starken Alkokohls gedacht werden. Da Schnaps ein starkes Zellgift ist, kann er zur Desinfektion von Wunden verwendet werden.
Sehr gut eignet er sich auch bei beginnenden Infektionskrankheiten, wenn keine Medikamente vorhanden sind. Bei Angriffen mit biologischen Waffen kann er so Leben retten.
Man erinnere hier nur an das Lied „Jupp hei di - jupp hei da, -Schnaps ist gut gegen Cholera“ welches durchaus seinen Sinn hat.
Auch wenn ein fauliger Zahn unter Werkstattbedingungen entfernt, oder eine größere Wunde ausgeschält werden muß, dient er als gutes Betäubungsmittel.


